„Tage im Sorrent“ von Andrea und Dirk Liesemer

1876. Friedrich Nietzsche, mit Anfang dreißig von wiederkehrenden Migräneattacken und einem Augenleiden geplagt und seiner Professur an der Universität Basel überdrüssig, erhält eine Einladung der Schriftstellerin Malwida von Meysenbug nach Italien. Dort soll er seine Gesundheit wiederherstellen, an neuen Werken arbeiten und mit ihr die Gründung einer freien Akademie für »junge Geister« vorantreiben. Voller Hoffnung auf die heilende Wirkung des Südens macht Nietzsche sich in Begleitung des Philosophen Paul Rée und des Studenten Albert Brenner auf den Weg nach Sorrent. Nach einer schicksalhaften Begegnung mit dem ebenfalls am Golf von Neapel weilenden Richard Wagner scheinen sich alle Erwartungen zu erfüllen, doch dann droht der Aufenthalt zum Fiasko zu werden.

Andrea Liesemer, geboren 1965, studierte Medizin in Münster und war dort anschließend als Ärztin in einer psychiatrischen Klinik tätig. Darüber hinaus besuchte sie Vorlesungen in Germanistik, Komparatistik, Romanistik und Philosophie. Heute lebt sie in München. »Tage in Sorrent« ist ihr schriftstellerisches Debüt.

Dirk Liesemer, geboren 1977, studierte Politik, Philosophie und Öffentliches Recht in Münster und Rennes. Er besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg und arbeitete als Redakteur in Berlin und München, von wo aus er heute u.a. für die Zeitschrift mare schreibt. Zu seinen Büchern zählen »Lexikon der Phantominseln« (mare 2016), »Aufstand der Matrosen« (mare 2018) und »Streifzüge durch die Nacht« (2020). In ihrem literarischen Debüt zeichnen Andrea und Dirk Liesemer den entscheidenden Wendepunkt im Denken Friedrich Nietzsches nach und reflektieren feinfühlig und zugleich humorvoll, wie Menschen damit umgehen, wenn große Lebensentwürfe scheitern.